Servus Leute,
den versprochenen Bericht über die Staaten gibt es leider erst nächste Woche – bin irgendwie net so ganz dazu gekommen da was zu schreiben. Außerdem kann ich glaub ich auch so ein wenig was über die letzte Woche berichten.
Erstmal zur Arbeit:
Letzten Mittwoch gab es bei uns ein Oktoberfest. War ziemlich seltsam, da sie einfach ein langes Buffet mit Essen und Trinken für alle Mitarbeiter aufgebaut haben und etwas deutsche Musik gespielt haben. Zu essen gabs aber Hot Dogs und Hamburger...das einzig deutsche war Sauerkraut. Naja, auf jeden Fall sind wir dann mit einer Mitarbeiterin ins Gespräch gekommen, die vor einigen Jahren für 2 Jahre in Deutschland gelebt hat. Diese hat uns auch gleich auf ihre Halloween-Party eingeladen.
Am Freitag hatten wir während der Mittagspause unser Wettessen. Alle 9 Kontrahenten saßen an einem Tisch. Außenrum standen so ziemlich alle aus dem Büro, haben Wasser herbei gebracht und Fotos gemacht. Mehr dazu findet ihr im aktuellsten Bilderalbum.
Wie ihr auf den Fotos sicher schon gesehen habt, haben wir keine 30 Grad mehr. Ohne Winterjacke geht jetzt nix mehr. Immer wieder wird uns gesagt, dass es noch unvorstellbar kalt werden wird und wir mit unseren Rädern nicht mehr weit kommen. Wir werdens trotzdem versuchen und im Notfall haben uns auch schon Kollegen angeboten uns zu fahren. Wir haben ja jetzt auch schon ein Monat ohne Auto geschafft, also müssen die nächsten 2 auch irgendwie gehen. Schon ziemlich erschreckend, dass 1/3 des Praktikums schon gelaufen ist. Insgesamt bleiben uns nicht mehr sehr viele Wochenenden. Ich hoffe, dass wir es in der Zeit schaffen Chicago halbwegs auszureizen. Da gibt es einfach viel zu viel, was man unternehmen oder sich anschauen könnte. Zur Zeit sind wir am schauen, welche Hostels sich am besten anbieten, um in Chicago auch bei Nacht auf den Putz zu hauen.
Ich wurde schon von mehreren aus der Heimat gefragt, wie intensiv ich hier den Wahlkampf mitbekomme. Deshalb hier mal ein kleiner Einblick: Im TV gibts wie bei uns auch ein wenig Werbung. In den Nachrichten wird auch ordentlich berichtet.. Auf den Straßen sieht es aber ganz anders aus. Da wird für den Haßlocher Flohmarkt wesentlich mehr Werbung gemacht als das was man hier sieht. Die einzigen Schilder zur Wahl sieht man auf Privatgrundstücken, wo jeder seine politische Ausrichtung präsentiert.
Ich habe mir das natürlich auch anders vorgestellt, aber dann wurden wir aufgeklärt. Im Staat Illinois ist die Wahl so ziemlich entschieden. Obama ist hier ganz klar der Favorit. So investiert keine der beiden Parteien auch nur einen Cent in Werbung, da es hier nur verschwendete Anstrengungen wären. Wenn man den Wahlkampf wirklich erleben will, muss man in die so genannten Swing States schauen. Da wird um jeden einzelnen Stimmberechtigten gekämpft.
Nun noch etwas witziges zum Schluß:
Als Stefan (Kumpel vom Andy aus Memphis) letztes Wochenende bei uns war, hat er erzählt, dass er mit seinem deutschen Kollegen zu Hause nur englisch redet. Da haben wir uns das mal durch den Kopf gehen lassen. Im Grunde ist das so, dass wir auf der Arbeit und in der Wohnung die ganze Zeit deutsch reden. D.h. unser Englisch wird kein Stück besser, auch wenn wir natürlich immer mehr und besser verstehen. Also haben wir seit dieser Woche ausgemacht, dass wir zu Hause und auf der Arbeit englisch reden solange keine Amis in der Nähe sind. Könnt euch sicher vorstellen, wie komisch das am Anfang war...und vor allem ruhig :D
Um das ganze einzuhalten, haben wir uns Strafen ausgedacht: Für jeden deutschen Satz kommt ein halber Dollar in die WG-Kasse und man muss auf studivz eine Person gruscheln. Zu Beginn mussten es Männer sein, aber nachdem mir gleich der erste geantwortet hat, haben wir die Regel etwas gelockert.
Jetzt muss man immer aufpassen, wenn deutsche Musik läuft. Kurz nicht aufgepasst, zum Mitsingen verleitet und schon sind Kasse und Postfach wieder etwas voller.
Bis nächste Woche,
Cheeseburger-Eddy

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