Montag, 27. Oktober 2008

Report

Mag vielleicht etwas zu früh sein, aber das ist, was mir im ersten monat aufgefallen ist:

Infrastruktur:

Wenn man hier einkaufen oder überhaupt irgendwas unternehmen will braucht man definitiv ein Auto. Die Orte hier sind sehr weitläufig mit großen Rasen- und Asphaltflächen, Fahrradwege hören teilweise mittendrin auf und das Nahverkehrsnetz ist mit dem deutschen nicht zu vergleichen bzw. außerhalb vom Großraum Chicago kaum vorhanden. Deswegen fallen wir mit unseren Fahrrädern schon ordentlich auf. Es gab schon genug Leute, die uns auf der Straße zugejubelt haben.


Straßen:

...sind viel breiter als zu Hause aber dafür nicht immer in bestem Zustand. Ampeln hängen hinter der Kreuzung und man darf meistens bei rot rechts abbiegen. Was total bescheuert ist, sind die vielen Stopp-Schilder...und da hält wirklich jeder, auch wenn im Umkreis von 20 Meilen kein anderes Auto auf den Straßen ist.

Ob man rechts oder links überholt ist Wurst.


Autos:

Hier gilt das gleiche, wie für die Straßen: Mächtig groß und teilweise kurz vorm Auflösen. Jedes zweite Auto hört sich an als hätte es 2 Schiffsmotoren. Das krasseste Auto hab ich vor 2 oder 3 Wochen in Chicago gesehen ( Bilder werden irgendwann nachgereicht).

Wegen dem schlechten Zustand der Straßen sind die Autos ziemlich weich gefedert. Mit einem Auto aus Deutschland hätte man hier auf den meisten Straßen nicht so viel Spaß. Und natürlich muss man sehr lange suchen, wenn man keinen Automatik fahren will.


Steuern:

Die Preise, die man im Laden sieht stimmen nicht ganz, denn an der Kasse kommt noch die Mehrwertsteuer drauf. Das ist ziemlich nervig, weil man das selbst ab und zu vergisst und weil es nicht einheitlich geregelt ist. Manche wenige Läden schreiben nämlich auch den Endpreis hin.


Lebensmittel:

Das schwierigste am Anfang, war es sich hier an den Geschmack der Milch zu gewöhnen. Das ist mittlerweile kein Problem mehr (eine Gallone reicht uns für ca. 2 Tage).

Fleisch und Fast Food sind viel billiger als in Deutschland. Dafür hat Hackfleisch hier ungefähr 50% Fett. Ich hab aber auch noch nie so viele so dicke Menschen gesehen. Preislich lohnt sich kochen nicht wirklich. Da sind 2-3 Dbl.-Cheeseburger vom Mäcces oft günstiger.

Letzte Woche haben wir nicht weit von unserer Wohnung einen Aldi gefunden. Das sieht da genau so aus wie in Deutschland und es gibt sogar Christstollen. Ein richtiger Glücksgriff war der Speck dort. Ist zwar nicht zu vergleichen mit dem, den es zu Hause oder bei der Oma gibt, aber es ist immerhin ein Anfang.


Getränke:

Wasser gibt es überall um sonst, also auch in Restaurants. Das ist dann halt Leitungswasser und schmeckt etwas nach Chlor. Zudem gibt es überall draußen und in den Gebäuden Trinkbrunnen, die man vielleicht in einigen amerikanischen Filmen oder Serien gesehen hat – sehr praktisch. In der Regel hat man aber auch überall Free-Refill. Bei den Auffüllautomaten hat man eine etwas größere Auswahl als in Deutschland. Die Hälfte davon besteht aber zu 99,9 % aus Zucker.



Alkohol:

...ist hier ein ganz heikles Thema. Unser Walmart hat noch nicht mal eine Lizenz Bier zu verkaufen. Alles was über 5% hat, muss sowieso in Liquor-Stores verkauft werden. Da sind aber die Regelungen von Staat zu Staat unterschiedlich. In West Lafayette haben sie im Walmart auch Hochprozentiges verkauft. Außerhalb von Privatgrundstücken ist Alkohol trinken verboten. Wenn man in der Öffentlichkeit mit einer Dose Bier erwischt wird, wird man ordentlich zur Kasse gebeten: '600$ bitte'.

Es scheint aber halb legal zu sein, wenn man den Alk in eine braunen Papiertüte einwickelt. Im Auto darf keiner trinken und es dürfen auch keine angebrochenen Flaschen im Innenraum rumfliegen.


Bars/Clubs:

Bars in den Staaten sind - nachdem was ich bisher gesehen habe - nicht ganz wie die Bars in Deutschland. Hier wird oft sehr laute Musik gespielt und oft ist auch eine Tanzfläche vorhanden. Stimmung ist oft gigantisch. Amis fangen auch früher an zu feiern, da die meisten Bars oder Clubs schon um 3 Uhr schließen. Dann kennt man entweder jemanden, der eine Hausparty schmeißt oder geht eben heim.



Leute:

...sind viel offener als in Deutschland. Man kommt sehr viel schneller ins Gespräch und lernt so viele neue Leute kennen. Was mir auch besonders gut gefällt ist, dass es hier das deutsche 'Sie' nicht gibt. Alle sind miteinander per du und sprechen sich nur mit den Vornamen an. Bis wir morgens anfangen zu arbeiten, gibt es auch immer erst ein wenig Smalltalk mit den Kollegen.

Alles hat natürlich seine Vor- und Nachteile. So ist das auch in diesem Fall: Viele kennen viele, sind aber nicht wirklich befreundet. Wie oft hab ich schon diesen Dialog eins zu eins miterlebt: 'Hi, wie gehts dir?'-'Hi, gut und dir?'-'Auch gut'-'Tschüss'-'Tschüss'.

Unglaublich ist auch wie freundlich viele sind. Wenn Leute zum Beispiel sehen, dass man Fotos schießt, kann man fast davon ausgehen, dass einem angeboten wird sich mit der kompletten Gruppe fotografieren zu lassen.

Was manchmal etwas seltsam ist, ist wie manche sich anziehen. Da kommt es schon mal vor, dass man mit Schlafanzug einkaufen oder mit Flipflops tanzen geht.



Ich kann nur sagen, dass ich unglaublich froh bin hier zu sein und es ziemlich genieße diese Erfahrung zu machen. Kanns mir auch durchaus vorstellen hier später mal für 2-3 Jährchen zu arbeiten.

Wenn man für immer hier bleiben will, muss man aber entweder gesund oder reich sein.


Sonst gibt es eigentlich nicht so viel zu berichten. Wir waren dieses Wochenende mächtig einkaufen, Andy hat sich das Ohr stechen lassen, mit etwas Glück hab ich morgen eine Zusage für ein Zimmer an der Uni und die Pläne für die Westküstentour werden immer konkreter. Fest steht, dass Johannes und ich 4 Wochen komplett im Westen bleiben und von Kanada bis Mexiko alles unsicher machen.

Bilder gibt es dieses Mal leider keine. Die paar Bilder, die wir geschossen haben, werde ich nächste Woche hochladen. Dafür werden es wahrscheinlich recht viele, da Bastian aus dem Norden runter kommt, um seinen Geburtstag zu feiern, eine große Museumstour ansteht und Halloween hier wie ein Nationalfeiertag ist.


Das wärs dann mal von meiner Seite. Jetzt dürft ihr berichten was in Deutschland so abgeht.


Eddy


Dienstag, 21. Oktober 2008

1 Monat ist vorbei

Servus Leute,


den versprochenen Bericht über die Staaten gibt es leider erst nächste Woche – bin irgendwie net so ganz dazu gekommen da was zu schreiben. Außerdem kann ich glaub ich auch so ein wenig was über die letzte Woche berichten.


Erstmal zur Arbeit:

Letzten Mittwoch gab es bei uns ein Oktoberfest. War ziemlich seltsam, da sie einfach ein langes Buffet mit Essen und Trinken für alle Mitarbeiter aufgebaut haben und etwas deutsche Musik gespielt haben. Zu essen gabs aber Hot Dogs und Hamburger...das einzig deutsche war Sauerkraut. Naja, auf jeden Fall sind wir dann mit einer Mitarbeiterin ins Gespräch gekommen, die vor einigen Jahren für 2 Jahre in Deutschland gelebt hat. Diese hat uns auch gleich auf ihre Halloween-Party eingeladen.

Am Freitag hatten wir während der Mittagspause unser Wettessen. Alle 9 Kontrahenten saßen an einem Tisch. Außenrum standen so ziemlich alle aus dem Büro, haben Wasser herbei gebracht und Fotos gemacht. Mehr dazu findet ihr im aktuellsten Bilderalbum.


Wie ihr auf den Fotos sicher schon gesehen habt, haben wir keine 30 Grad mehr. Ohne Winterjacke geht jetzt nix mehr. Immer wieder wird uns gesagt, dass es noch unvorstellbar kalt werden wird und wir mit unseren Rädern nicht mehr weit kommen. Wir werdens trotzdem versuchen und im Notfall haben uns auch schon Kollegen angeboten uns zu fahren. Wir haben ja jetzt auch schon ein Monat ohne Auto geschafft, also müssen die nächsten 2 auch irgendwie gehen. Schon ziemlich erschreckend, dass 1/3 des Praktikums schon gelaufen ist. Insgesamt bleiben uns nicht mehr sehr viele Wochenenden. Ich hoffe, dass wir es in der Zeit schaffen Chicago halbwegs auszureizen. Da gibt es einfach viel zu viel, was man unternehmen oder sich anschauen könnte. Zur Zeit sind wir am schauen, welche Hostels sich am besten anbieten, um in Chicago auch bei Nacht auf den Putz zu hauen.


Ich wurde schon von mehreren aus der Heimat gefragt, wie intensiv ich hier den Wahlkampf mitbekomme. Deshalb hier mal ein kleiner Einblick: Im TV gibts wie bei uns auch ein wenig Werbung. In den Nachrichten wird auch ordentlich berichtet.. Auf den Straßen sieht es aber ganz anders aus. Da wird für den Haßlocher Flohmarkt wesentlich mehr Werbung gemacht als das was man hier sieht. Die einzigen Schilder zur Wahl sieht man auf Privatgrundstücken, wo jeder seine politische Ausrichtung präsentiert.

Ich habe mir das natürlich auch anders vorgestellt, aber dann wurden wir aufgeklärt. Im Staat Illinois ist die Wahl so ziemlich entschieden. Obama ist hier ganz klar der Favorit. So investiert keine der beiden Parteien auch nur einen Cent in Werbung, da es hier nur verschwendete Anstrengungen wären. Wenn man den Wahlkampf wirklich erleben will, muss man in die so genannten Swing States schauen. Da wird um jeden einzelnen Stimmberechtigten gekämpft.



Nun noch etwas witziges zum Schluß:

Als Stefan (Kumpel vom Andy aus Memphis) letztes Wochenende bei uns war, hat er erzählt, dass er mit seinem deutschen Kollegen zu Hause nur englisch redet. Da haben wir uns das mal durch den Kopf gehen lassen. Im Grunde ist das so, dass wir auf der Arbeit und in der Wohnung die ganze Zeit deutsch reden. D.h. unser Englisch wird kein Stück besser, auch wenn wir natürlich immer mehr und besser verstehen. Also haben wir seit dieser Woche ausgemacht, dass wir zu Hause und auf der Arbeit englisch reden solange keine Amis in der Nähe sind. Könnt euch sicher vorstellen, wie komisch das am Anfang war...und vor allem ruhig :D

Um das ganze einzuhalten, haben wir uns Strafen ausgedacht: Für jeden deutschen Satz kommt ein halber Dollar in die WG-Kasse und man muss auf studivz eine Person gruscheln. Zu Beginn mussten es Männer sein, aber nachdem mir gleich der erste geantwortet hat, haben wir die Regel etwas gelockert.

Jetzt muss man immer aufpassen, wenn deutsche Musik läuft. Kurz nicht aufgepasst, zum Mitsingen verleitet und schon sind Kasse und Postfach wieder etwas voller.


Bis nächste Woche,

Cheeseburger-Eddy


Dienstag, 14. Oktober 2008

Nach 4 Wochen USA

Unter der Woche gibt’s es eigentlich nicht viel zu berichten. Nach der Arbeit geht’s öfters mal in Fitnesscenter oder zum Einkaufen. Wir kochen so gut wie jeden zweiten Abend und telefonieren oft mit den anderen Kollegen in den Staaten, um die Wochenenden zu planen oder um einfach die Erlebnisse auszutauschen.. Insgesamt bekommt man trotzdem viel zu wenig Schlaf :)


Letzte Woche Freitag gabs auf der Arbeit ein Highlight: Kurz bevor der Arbeitstag zu Ende war, sind unsere 4 Ingenieure irgendwie auf das Thema 'Wie viel Milch kann man auf einmal trinken?' gekommen. Der Inder hat stark und fest behauptet, dass er eine Gallone (3,8 Liter) in einer Stunde schafft. Daraus entstand dann natürlich eine Wette mit insgesamt 700 $ Einsatz. Unser Chef ist sofort einkaufen gefahren während sich die anderen Youtube-Videos angeschaut haben, um die Folgen besser abschätzen zu können. Halbe Stunde später ging die Wette dann auf der Terrasse los. Man muss dazu sagen, dass der Inder verheiratet ist und mindestens ein Kind hat. Wir konnten einfach nicht mehr aufhöhren zu lachen als er gegen dieses riesen Ding gekämpft hat. Er hat so ziemlich die Hälfte geschafft, bis es genau so geendet ist, wie auf den meisten Videos im Internet. 10$ Trosrpreis gabs dann doch.... So kann man auch ein paar Überstunden ansammeln.

Für kommenden Freitag ist Wettessen mit Slidern vom White Castle geplant. Wenn es unsere Pläne fürs Wochenende erlauben sind wir auch am Start.


Dieses Wochenende war unsere Wohnung komplett ausgebucht. Am Samstag haben ganze 6 Leute hier gepennt. Wir haben super viel erlebt, sehr viel Party gemacht und das gute Wetter in Chicago genossen. So warm wird es dieses Jahr wahrscheinlich nicht wieder werden. Schaut dafür am besten die Bilder mit den Bildunterschriften an.


Nächstes Wochenende ist noch nicht komplett gefixt. Wir haben die Möglichkeit irgendwo nördlich von Indianapolis mit ein paar Arbeitskollegen von Aurelia und ehemaligen GEARE-Teilnehmern Campen zu gehen. Das Problem ist es da hinzukommen. Wir haben kein Auto und wollen den anderen aber auch keine zu großen Umstände machen.

Wenn das mit dem Campen nicht klappt fahren wir wahrscheinlich am Samstag zu einer Outlet Mall (gigantisches Einkaufzentrum), um da mal ein paar Klamotten einzukaufen. Das ist hier wesentlich günstiger als in Deutschland. Den Sonntag würden wir dann in Chicago verbringen. Das wird einfach nicht langweilig. Zudem haben wir noch kein einziges Museum gesehn.

Was es letztendlich wird, seht ihr auf den Bildern nächste Woche.


Für den nächsten Eintrag hab ich mir gedacht, trage ich die bisher größten oder auffälligsten Unterschiede zwischen Deutschland und Amerika zusammen.


Wünsch euch allen eine schöne Woche,

Eddy

Sonntag, 5. Oktober 2008

Die 2. Woche

Diese Woche gibts es wieder einiges neues zu berichten. Ich versuche mich dabei aber etwas kurz zu fassen:

- Noch ein Nachtrag vom letzten Mal. Hier seht ihr wo wir wohnen, wo unsere Arbeit ist und dass unser Appartement genau in der Anflußschneiße des Flughafens liegt.
A: Appartement
B: Arbeit
Karte

- Auf der Arbeit hat unser Projekt jetzt endlich angefangen. D.h. wir können jetzt immer unabhängig arbeiten, dementsprechen leichter Überstunden ansammeln und sind von den Arbeitszeiten etwas flexibler.

- Anfang der Woche haben wir für November Flüge nach Florida gebucht. Thanksgiving war leider zu teuer, aber da unser Chef ziemlich cool ist gibt er uns 2 Wochen vorher 3 Tage frei, sadass wir mit dem Wochenende 5 Tage für einen Road Trip haben.

-Dienstags gibts bei unserem Burger King die Chessburger und Hamburger im Angebot. Da haben wir uns gedacht: Schlagen wir mal ordentlich zu. Insgasmt sind es dann 50 Burger geworden. -> Bilder

- Mittwoch hab ich hier noch die letzte Klausur aus Deutschland mitgeschrieben. Auch wenn ich nur wenig dafür gelernt hab, weil sie nicht so viel zählt, ist es ein befreindes Gefühl endlich mit allem fertig zu sein. Jetzt ist das 4. Semester entgültig vorbei und ich hoffe möglichst bald mein Vordiplom zu sehen.

- Am Donnesrtag sind wir früher von der Arbeit weg, um noch am gleichen Abend nach Purdue zu fahren. Der eigentliche Plan war im Cactus zu feiern. Leider hatte der Zug einige Probleme und wir sind erst um 0:20 Uhr angekommen. da war nur noch eine Bar drin.

-Freitag haben wir noch den restlichen Papierkram an der Uni erledigt: Studentenausweise geholt, Computeraccount eingerichtet, Bankaccount besorgt und uns schlußendlich noch mit ein paar Purdue-Shirts eingedeckt. Abends waren wir nicht mehr lange weg, weil wir am nächsten Tag schon um 6 Uhr für den Breakfastclub aufstehen mussten.

-Samstag: Breakfastclub und Footballspiel. Am besten einfach die Bilder anschauen. Leider haben wir verloren.

Also ihr seht, noch wird es mir hier nicht langweilig. Das wird sich so schnell auch nicht ändern denk ich. Ich halt euch auf dem Laufenden.