In diesem Blogeintrag werd ich mich darauf konzentrieren euch zu erzählen, wie es ist in Purdue zu studieren und zu leben.
Zu aller erst muss man erwähnen, dass studieren hier viel verschulter ist als in Deutschland. Man bekommt jede Woche Hausaufgaben, es wir einem gesagt wo man was lesen soll, um sich auf den Unterricht vorzubereiten und man hat ziemlich direkten Kontakt zu den Professoren. D.h. diese werden regelmäßig von Studenten angeschrieben, die noch was erklärt haben wollen. Die Professoren schicken die Antworten dann in der Regel an alle aus dem Kurs weiter und so kommt es vor, dass ich am Tag 3-4 Nachrichten von meinen Professoren bekomme. Was auch noch an Schule erinnert sind unangekündigte Tests und Klausuren unter dem Semester. Für die Endnote zählt damit alles, was man unter dem Semester gemacht hat (Hausaufgaben, Labor, Tests, Klausuren, Vorträge), sodass die Abschlussklausur nur etwas 30 % ausmacht. Das macht es etwas schwieriger sich für einige Tage von der Uni abzuseilen, um zu Reisen. Für mich ist es eine große Umstellung jetzt jede Woche so viele Hausaufgaben zu machen oder allgemein für die Uni zu lernen und in allen Kursen anwesend zu sein. Das waren in Karlsruhe sicher nicht meine Paradedisziplinen. Mein Stundenplan sieht eigentlich ziemlich gut aus und im Vergleich zu den meisten Amerikanern ist das eher ein Witz, aber man bleibt mit diesem Schulsystem ganz gut beschäftigt. Was ich ganz gut finde ist, dass der Unterricht pro Vorlesung nur 50 Minuten dauert. Einige Kollegen aus Deutschland stört es, dass die Kurse nur die Oberfläche der Themengebiete ankratzen und nicht so sehr ins Detail oder die Theorie gehen wie in Karlsruhe. Mir ist das eigentlich Wurst.
Das Studentenleben der Amis sieht auch etwas anders aus als das der Deutschen. Hier füllt die Uni eigentlich den kompletten Tag aus und zusätzlich gibt es noch Clubs und Organisationen, in denen sich die Studenten engagieren. Es ist keine Seltenheit, dass man noch in 3 Organisationen eherenamtlich tätig ist, was hier aber mehr oder weniger für den Lebenslauf verlangt wird. Sie lenen dadurch aber auch sich zu verkaufen, zu präsentieren und zu reden. Da wirken wir Deutschen teilweise wie blutige Anfänger.
Noch ein paar coole Sachen:
Mit meinem Purdue-Account kann ich mich einloggen und von zu Hause auf alle möglichen Programme wie CAD, Office usw. zugreifen und online mit ihnen arbeiten.
Das Fitnesscenter ist einfach der Hammer. Es gibt glaub ich kaum eine gängige Sportart, für die sie drinnen kein Spielfeld haben. Es macht ziemlich viel Spaß einfach nur mal wieder Hallenfußball zu spielen oder neue Sportarten wie Wallyball auszuprobieren. Geöffnet hat es bis 1 Uhr nachts, damit man auch schön spät noch pumpen gehen kann, um morgens in der Vorlesung zu schlafen.
Die zuvor erwähnten Clubs und Vereine organisieren oft sogenannte Callouts, wo sie sich vorstellen und versuchen Mitglieder zu werben. Um möglichst viele Studenten anzulocken, stellen sie ab und zu Essen und Getränke...und dass ist genau der Punkt, wo die dreisten Deutschen ins Spiel kommen. Zusammen mit Andy und Hannes halten wir Ausschau nach so Dingern und gehen teilweise jeden zweiten Tag ein paar Stücke Pizza abstauben :)
Apropos Essen: Ich wohne ungefähr 2 Gehminuten von einem McDonalds entfernt und nutze das auch richtig aus. Ich glaube im Schnitt bin ich ein Mal pro Tag dort. Sobald ich es schaffe meine Kreditkartenauszug abzufotografieren, stell ich ihn hier rein.
Sonstige Neuigkeiten: Letzte Woche war Super Bowl, was hier ein unglaublich großes Event ist. Nächste Woche Mittwoch fliege ich mit Hannes für etwas mehr als 5 Tage an die Ostküste, um Boston und vor allem New York zu sehen. Gestern habe ich zusammen mit Christoph, Kyle und Andy Spring Break klar gemacht. Für uns 4 geht es an die Spring Break Location schlecht hin: Cancun, Mexiko.
Ich glaub das wärs soweit von meiner Seite. Verdammt ist das wieder lange geworden. Den nächsten Eintrag gibts nach New York!
Peace,
Eddy
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